Drei Pädagogen nach 103 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet

IBBENBÜREN (Kerstin Hannemann) Zum Halbjahresende verabschiedete sich das Goethe-Gymnasium von drei verdienten Pädagogen, die ihren Ruhestand antreten. Schulleiter Andreas Tangen blickte in einer kleinen Feierstunde auf den Lebensweg und das berufliche Wirken der Lehrerinnen Marie-Luise Dierkes und Monika Haßmann zurück.

Marie-Luise Dierkes kam nach zehnjähriger Unterrichtstätigkeit am Paulinum in Münster 1991 an das Goethe-Gymnasium, an dem sie 1973 ihr Abitur gemacht hatte. Am Goethe hat sie sich zusätzlich zu ihrer unterrichtlichen Tätigkeit als langjährige Fachvorsitzende in ihren Fächern Sport und Religion engagiert und zahlreiche Aktionen und Projekte durchgeführt. Beispielhaft nannte der Schulleiter in seiner Laudatio u.a. die „Tage religiöser Orientierung“, die Vorbereitung der Gottesdienste für die Jgst. 5 sowie den Projekttag Religion in der Jgst. 8. Im Fachbereich Sport war Marie-Luise Dierkes neben dem Turnen vor allem das Projekt „Lebendige Skulpturen“ wichtig, mit dem die Schülerinnen und Schüler über die Schulgemeinde hinaus auch in der Ibbenbürener Öffentlichkeit viel Aufsehen erregt haben. Ein weiterer Schwerpunkt war die didaktische Entwicklung im Fach Sport; so hat sie am Landesinstitut in Soest einige Jahre an der Umsetzung der neuen Lehrpläne im Bereich der reflexiven Koedukation gearbeitet und an Projekten mitgewirkt, die Mädchen und jungen Frauen den Zugang zum Sport erleichtern sollen. Überhaupt waren Genderfragen für sie sehr früh eine Herzensangelegenheit. Als erste Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen am Goethe hat sie daher viele Jahre intensiv und hartnäckig in diesem Bereich agiert und in dieser Funktion auch zahlreiche Einstellungsverfahren begleitet. In den letzten Dienstjahren hat sie als Oberstudienrätin studentische Praktikanten umsichtig betreut, was viele schriftliche Rückmeldungen zeigen. Die Fachschaften dankten der engagierten Pädagogin, die auch viele ausländische Kolleginnen und Kollegen, die im Rahmen des Austausches an das Goethe kamen, herzlich betreute, für ihre jahrzehntelange Kollegialität und Zuverlässigkeit.

Monika Haßmann bringt es auf einen Rekord: Seit 39 Jahren unterrichtete sie die Fächer Englisch und Geschichte am Goethe-Gymnasium und wird an die 25.000 Klausuren und Klassenarbeiten korrigiert haben, so der Schulleiter, der zugleich hervorhob, dass sie ganze Schülergenerationen als Klassenlehrerin und Tutorin betreute. Bis zuletzt unternahm sie zahlreiche Kurs- und Klassenfahrten sowie Exkursionen. Darüber hinaus hat sie lange Jahre die Schulzeitung mitherausgeben und in den letzten Jahren in ihrer Funktion als Oberstudienrätin die Facharbeiten souverän verwaltet. Über Jahrzehnte hat die Pädagogin zudem im Lehrerrat sowie in der Schulkonferenz engagiert mitgewirkt. Auf die Frage, warum sie offenbar das große Vertrauen des Kollegiums besaß, hatte der Schulleiter zwei Antworten: Monika Haßmann galt als „absolut zuverlässig, strukturiert, klug, klar und hilfsbereit“. Vor allem wurde ihre „Fähigkeit, Sachverhalte knapp, präzise und pointiert zu versprachlichen“, geschätzt. Als „Stimme der pragmatischen Vernunft“ habe sie deutliche Kommentare beigesteuert, wenn mal wieder kurzfristig neue pädagogische Visionen entwickelt worden seien. Dr. Frank Dierkes brachte in einem humorvollen Beitrag die große Wertschätzung beider Fachschaften zum Ausdruck. So hob er u.a. durch Anekdoten hervor, wie unaufgeregt und entspannt Monika Haßmann nach dem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“ dem System Schule mit all seinen Herausforderungen begegnet sei.

Mit Stefan Schleimer-Funke, der an seinem letzten Schultag nach 37 Jahren am Goethe-Gymnasium von der stellvertretenden Schulleiterin Maria Westermann verabschiedet wurde, verliert das Goethe eine profilierte Lehrerpersönlichkeit, die in der Schulgemeinde sehr großes Ansehen genoss. Sie würdigte den Deutsch- und Geschichtslehrer als „Mann der leisen Worte“, dessen Stimme im Kollegium gehört worden sei.  Mit den besten Wünschen für einen aktiven Ruhestand dankten ihm die Fachschaften für seine hilfsbereite Unterstützung, seine besonnene, humorvolle und feinsinnige Art. Der belesene Pädagoge war ein geschätzter Gesprächspartner, der die Schule entscheidend mitgeprägt hat.